Parasolka-Projekte in der Ukraine

Lebenswerte Zukunft für Menschen mit einer Behinderung

Parasolka (Regenschirm) heisst zum einen das Wohnheim in Tjachiv im Oblast Transkarpatien/Ukraine - ein Pilotprojekt in der Ukraine

Parasolka heisst zum anderen der 2007 gegründete Schweizer Verein. Er organisiert mit der ukrainischen Partnerorganisation CAMZ (Comité d’Aide Médicale Zakarpattya) und weiteren Verantwortlichen vor Ort verschiedene Projekte zugunsten der Menschen mit einer Behinderung in der Ukraine, namentlich das Wohnheim Parasolka und das Heim in Vilshany.



Aktuelles


Monitoringsbesuch von Vertretern der ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten in Parasolka

Am 31. Mai besuchten Vertreter des Sekretariates der Menschenrechtsbeauftragten für eine nicht angekündigte Kontrolle das Wohnheim Parasolka. Nach der Inspektion haben sie einen kurzen Medienbericht veröffentlicht:

 

In erster Linie weisen die Überwachungsführenden darauf hin, dass die Institutsleitung ihnen gegenüber maximal offen war. Es wurden alle gefragten Informationen erteilt, der Kontakt zu den Bewohnerinnen war frei gewährleistet. 

Die Überwachungsgruppe hat das gesunde psychologische Klima in der Institution beobachten können. Die BewohnerInnen sind offen für Kontakte, frei in der Kommunikation, berichten gern über eigene Erfolge, Fortschritte und Wünsche. Die Bewohnerinnen sind dauber und saisonge-mäss angezogen. Alle Zimmer sind gemütlich, dauber, mit Spielzeugen. Die Wäsche wird einmal in der Woche gewechselt.

Die Überwachungsführenden wurden informiert, dass Haupt- und Nebengebäude dank der Unterstützung von schweizerischen Sponsoren und Organisationen und der Organisation CAMZ, die das Wohnheim unterstützen, renoviert, das Gelände gestaltet und nötige Einrichtungen und Möbel für Schlafräume eingekauft wurden.

Die Bewohnerinnen der Institution werden mit 5 guten und ausgewogenen Mahlzeiten versorgt. Zum Tagesmenü gehören Fleisch und Fisch, Milchprodukte, Saisonfrüchte.

Die Mitglieder der Überwachungsgruppe haben sich vergewissert, dass in dieser Institution individuell mit jedem/jeder BewohnerIn gearbeitet wird. Die Angestellten des Wohnheims suchen nach den innovativen Arbeitsmethoden mit dem Ziel, dass die BewohnerInnen maximal selbständig ihr Leben in der Gesellschaft gestalten können. In Parasolka bestehen individuelle Förderpläne für alle BewohnerInnen, werden regelmässig Seminare und Workshops organisiert, die von ukrainischen und schweizerischen Fachleuten durchgeführt werden. In der Institution gibt es eine eigene Holzwerkstatt, Webstuhl, Filzatelier.

"Wir sind damit, was wir gesehen haben, sehr zufrieden. Es ist die einzige Institution in Transkapatien, wo die Menschen, die sich nicht selbständig um sich kümmern können, so begleitet werden, dass sie eigenes Potenzial entwickeln und sich selbst im Leben finden können. Das hilft, das Problem der Stigmatisierung von Menschen mit Behinderung zu lösen, und fördert sie bei der aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben" sagt Oleg Grigojew [regionaler Vertreter der Zusammenarbeit mit der Öffentlichkeit in Transkarpatien].

Nach der Meinung der Überwachungsführenden ist Parasolka ein wunderbares Beispiel, wie die Institutionen für Menschen mit einer Behinderung funktionieren sollen.

Der Bericht mit den Ergebnissen des Überwachungsbesuches wird an das Ministerium der Sozialpolitik der Ukraine und an die Transkarpatische Oblastverwaltung geschickt. 

 


Rundbrief vom Frühling 2017

Wie viel der Verein Parasolka erreicht hat, und wie viel noch zu tun ist zur Verbesserung der Situation von Menschen mit einer Behinderung in der Ukraine, wurden allen Teilnehmerinnern und Teilnehmern an der Vereinsversammlung vom 1. April 2017 einmal mehr bewusst.

 

Wir gehen in diesem Rundbrief darauf ein, nicht nur weil wir heuer zehn Jahre Verein Parasolka feiern können, sondern weil die Vereinsversammlung eine Zäsur bringt, war sie doch geprägt durch den Wechsel im Präsidium. Seit der Gründung des Vereins hat Monika Fischer als Präsidentin das Projekt stets mit ihrem Idealismus, mit der ihr eigenen Beharrlichkeit und ihrem riesigen Engage-ment vorwärtsgetrieben. Im Rundbrief blickt die scheidende Präsidentin zurück auf diese intensive Epoche.

 

Im Rundbrief wendet sich auch Andreas Schmid als neuer Präsident an Sie. Auch ihn zeichnet das Bewusst sein aus, dass noch viel zu tun ist:

"Ich bin glücklich, mit den Menschen in der Ukraine, meinen Vorstandskolleginnen und -kollegen und mit Ihnen allen in meiner neuen Funktion weitere Schritte auf dem Parasolka-Weg gehen zu dürfen und bedanke mich ganz herzlich für das Vertrauen. Die Fussstapfen Monikas sind gross, ja riesig. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir alle zusammen auch nach dem Wechsel den einge-schlagenen Weg erfolgreich weitergehen werden. Die Menschen in der Ukraine brauchen unsere Unterstützung."


Vereinsversammlung vom 1. April 2017

Die 9. Vereinsversammlung vom 1. April 2017 in Rathausen, an der 43 Mitglieder sowie Gäste u.a. von der ukrainischen Partnerorganisation CAMZ teilnahmen, hat den Jahresbericht 2016 genehmigt und die Anträge des Vorstandes samt dem Budget 2017 gutgeheissen.

 

Geprägt hat die Vereinsversammlung die Verabschiedung von Monika Fischer als Präsidentin des Vereins Parasolka. Seit der Gründung des Vereins hat sie in dieser Funktion entscheidend dazu beigetragen, dass die damalige Vision eines Wohnheimes für Jugendliche mit einer Behinderung als Pilotprojekt in Transkarpatien heute erfolgreiche Realität ist und der Verein Parasolka mit seinen Aktivitäten wesentliche Impulse für die Verbesserung der Situation von Menschen mit einer Behinderung in der Ukraine setzt. Zum neuen Präsident hat die Versammlung Andreas Schmid gewählt.

 

Monika Fischer, die abtretende Präsidentin, und Andreas Schmid, der neuer Präsident von Parasolka

(Foto Astrid Bossert)



Bilder aus dem Alltag im Wohnheim Parasolka (Fotos Valentin Klepakoff)


Januar 2017

 

Oksana Lukach, die Direktorin des Wohnheims Parasolka berichtet: "Wir haben in Parasolka einen neuen Bewohner. Er heißt Fedir Nemesch. Er ist 24 Jahre alt, kommt aus dem Dorf Uhlja (dort wo die bekannten Urwälder sind), wurde von seiner Mutter grossgezogen. Sein körperlicher Zustand ist: er hat Wirbelsäulenverkrümmung und einen Buckel. Seine Mutter ist jetzt sehr krank und macht sich grosse Sorgen um ihren Sohn, weil sie keine nahen Verwandten hat. Zurzeit lebt sich Fedja in Parasolka ein; er hilft Mischa bei den Kaninchen; er möchte sonntags in die Kirche, denn er hat zuhause immer in der Kirche geholfen. Die BewohnerInnen haben ihn gut aufgenommen.


Jahresbeginn 2017

Am Jahresende und vor Inangriffnahme der Arbeiten im Jahre 2017 erhalten wir mit den ausführlichen Berichten unserer Partnerinnen von CAMZ in der Ukraine erfreuliche Rückmeldungen.

So erzielen die im Jahre 2016 ausgeführten Arbeiten im Heim Vilshany  die gewünschten Verbesserungen. Als kleines aber doch wichtiges Element ist z.B. die Aussentoilette zu nennen:

"Gewöhnlich nutzten die Kinder draussen als Toiletten die Eimer, die die Mitarbeiterinnen für die BewohnerInnen vorbereiten. Es gab überhaupt keine Privatsphäre dabei, und es wurden keine hygienischen Normen eingehalten. Die neuen Aussentoiletten sind gut gelungen. Die Kinder nutzen sie. Jetzt können sie sowohl drinnen wie draussen angehalten und angeleitet werden, die Körperhygiene zu pflegen."

Aber auch die Berichte über die pädagogische und agogische Arbeit im Wohnheim Parasolka und im Kinderheim Vilshany sind ermutigend. Zuversichtlich stimmt auch, dass das Pilotprojekt Parasolka und die Neuerungen in der pädagogisch-agogischen Arbeit in Vilshany  weiteren Insitutionen und Organisationen in der Ukraine Vorbild sind für eigene Anstrengungen, welche die Situation von Menschen mit einer Behinderung verbessern.


Oktober 2016

Aufenthalt des Vereinvorstands von Parasolka in Transkarpatien

Der Vorstand von „Parasolka“ traf anfangs Oktober 2016 in Transkarpatien mit seinen ukrainischen Partnern zusammen und besuchte die Projekte in Tjachiv und in Vilshany.

 

Im Rahmen dieser Visite führten die beiden Organisationen Parasolka und CAMZ im Wohnheim Parasolka  vom 5. – 7. Oktober eine Konferenz durch. Die Referentin Susanna Berner, Fachfrau Unterstützte Kommunikation, und die Referenten Lukas Wunderlich, Ausbildner für Gewaltprävention, und Andreas Schmid, Vorstandsmitglied von Parasolka und Heimleiter des Wohnheims Buechehof in Lostorf, trafen auf zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer von mehr als einem Dutzend Organisationen und Institutionen im Behindertenbereich aus verschiedenen Teilen der Ukraine. Die Referate über „Formen der unterstützten Kommunikation für Menschen mit einer geistigen Behinderung“, „Verhaltensauffälligkeit bei Menschen mit einer geistigen Behinderung“ und „Zuständigkeit von Behörden und Finanzierung von Institutionen für Menschen mit einer Behinderung“  lösten viele Fragen, angeregte Diskussionen und einen breiten Austausch aus. Zu spüren war, dass die Veranstaltung das gegenseitige Verständnis, den Zusammenhalt und die Motivation der verschiedenen Organisationen stärkte. Das drückt sich in einer Erklärung der Konferenz mit spezifischen Anliegen zu Handen der ukrainischen Behörden aus.

 

Zum Abschluss der Konferenz feierte die Versammlung  in Anwesenheit von Behördenvertretern das 7-jährige Bestehen des Wohnheims Parasolka. Dabei begeisterten die Bewohnerinnen und Bewohner die Gäste mit ihren musikalischen und tänzerischen Darbietungen.

Der Aufenthalt in Transkarpatien diente dem Vorstand wiederum dazu, sich ein Bild von der aktuellen Situation im Wohnheim Parasolka und im Heim in Vilshany zu machen, mit den Verantwortlichen die Weiterentwicklung zu erörtern und die nächsten Schritte dafür zu planen. Zentral waren weiter wiederum der Austausch und die Koordination mit der Partnerorganisation CAMZ.

Der Besuch umfasste auch einen Besuch in einer psychiatrischen Anstalt für Männer und ein Treffen mit lokalen Initiativen für Jugendliche mit einer Behinderung in der Gegend von Ushgorod.

Der Vorstand konnte sich vom erfreulichen Betrieb im Wohnheim Parasolka und von den eindrücklichen Fortschritten in Vilshany überzeugen und ist motiviert, mit den Partnern die Planung für 2017 in Angriff zu nehmen.