Teilkonzept

„Arbeit und Beschäftigung“

 

für das Soziale Rehabilitationszentrum – Internat Parasolka, Tjachiv

 

 

 

Ziel dieses Teilkonzeptes

In diesem Teilkonzept wird der Bereich „Arbeit und Beschäftigung“, wie er in diesem Rehabilitationszentrum durchgeführt wird.

Ausgehend von den Grundhaltungen, die diesen Bereich bestimmen, werden die Methoden der Arbeitsagogik, die verschiedenen Arbeitsbereiche, die Organisation und personelle Führung sowie die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten in diesem Bereich beschrieben. 

 

  1. Grundhaltungen    

 

Die generelle Zielsetzung dieses Pilotprojektes kann wie folgt umschrieben werden:

 

Ausgehend von den Ressourcen der Bewohner und Bewohnerinnen sollen sie professionell und mit wohlwohlender Zuwendung begleitet, gefordert und gefördert und so in ihrer Persönlichkeit gestärkt werden. Sie werden angeleitet, einen positiven Beitrag zu einem guten Wohnklima und zur Integration in die Umgebung zu leisten. Sie tragen nach ihren Möglichkeiten auch zur Selbstversorgung der Wohngemeinschaft bei.   (aus Konzept Katja S 1)

 

Arbeit und Beschäftigung sind wichtige Bestandteile, um diese Zielsetzung zu erreichen. Arbeit ist aber auch ein zentraler Bestandteil des Lebens eines erwachsenen Menschen. Durch die Arbeit kann der Mensch seine handwerklichen Fähigkeiten entwickeln, Erfolgserlebnisse erfahren und seine Persönlichkeit stärken. Durch die Arbeit werden auch Verantwortungsbewusstsein und Entscheidungsfähigkeiten sowie die sozialen und kommunikativen Fähigkeiten gefördert.

So wird in den Leitideen des SRZI Parasolka der Grundsatz formuliert: „Es werden den BewohnerInnen angepasste und zweckmässige Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten“.

 

Arbeit ist einerseits Grundrecht eines erwachsenen Menschen, gleichzeitig aber auch eine Verpflichtung, um das Mögliche zum eigenen Lebensunterhalt bei zu tragen. Dass dies den BewohnerInnen des SRZI nur in sehr beschränktem Mass möglich sein wird, soll das Zentrum nicht daran hindern, diesen Bereich auf- und auszubauen. Neben der sinnvollen Beschäftigung durch eine Tagesstruktur kann durch die Arbeit ein Teil der Selbstversorgung gewährleistet werden. Angestrebt wird aber auch eine Produktion von Gütern, die im lokalen Markt abgesetzt werden können und so auch zur Finanzierung der Institution beitragen können.

 

Zu den Grundhaltungen dieses Konzeptes gehört es auch, dass in der Betreuung und Begleitung von Menschen mit Behinderungen vom sog. „Normalitätsprinzip“ ausgegangen wird. Dieses Prinzip besagt, dass diese Menschen nicht in erster Linie als „krank und pflegebedürftig“ betrachtet werden, sondern als „normale Menschen“ mit behinderungsbedingten Einschränkungen. Bei allen Massnahmen soll zuerst gefragt werden, wie etwas in der Gesellschaft üblich ist. Ausnahmen sollen dann gemacht werden, wo es behinderungsbedingt notwendig ist.

In dieser Sicht ist Arbeit „normal“ und der Beitrag zum eigenen Lebensunterhalt, soweit dies möglich ist, auch sinnvoll und begründet. Als normal gilt auch, dass Arbeiten zuerst gelernt werden müssen, dass die Leistung beurteilt und auch ein entsprechender Lohn bezahlt wird.           

 

  1. Abstützung auf das Normativstatut

     

    Massgebend für alle Tätigkeiten und Massnahmen im SRZI ist das vom Oblastrat am …….. bewilligte Normativstatut.  Darin sind an verschiedenen Stellen Hinweise auf den Bereich Arbeit und Beschäftigung enthalten, die hier kurz zusammengefasst werden.

     

    Bei der Aufzählung der Rehabilitationsmassnahmen wird an zweiter Stelle aufgeführt:

     

    Die Mitarbeitenden schaffen vielfältige Angebote an Arbeitsmöglichkeiten, Beschäftigungen und Methoden, die die BewohnerInnen dazu fördern, aktiv mitzumachen, Entscheidungen zu treffen und nützlich zu sein. (2.1.4)

     

    Bei der Aufzählung der Gebäude wird erwähnt, dass das SRZI „Parasolka“ „verschiedene Verarbeitungs- und Produktionskleinbetriebe, vielseitige Arbeitswerkstätten, Werkhallen sowie Räume für Geräte und Maschinen errichtet werden können. (3.3)

     

    Bei der Organisation der Arbeit wird erwähnt, dass die Arbeitsgruppen „laut den individuellen Programmen unter der Berücksichtigung der Möglichkeiten und der Bedürfnisse der BewohnerInnen zusammengestellt  werden sollen“ (4.10.1)

     

    Schliesslich wird der Arbeitsbereich – hier Arbeitstherapie genannt - vor allem bei 6.5 und 6.6 näher ausgeführt. Grundlegend ist die Aussage, dass den BewohnerInnen an der Selbstversorgung aktiv teilnehmen und dass entsprechend vorbereitete Arbeitsplätze angeboten werden. Die Arbeitsprozesse sollen durch Fachpersonen mit unterschiedlicher Qualifikation geführt und dabei die notwendigen Sicherheitsmassnahmen und geltenden Sanitätsnormen eingehalten werden.

     

     

  2. Methoden der Arbeitsagogik

     

    In diesem Konzept wird nicht von Arbeitstherapie, sondern von Arbeitsagogik gesprochen. Hinter diesem Wechsel der Begrifflichkeit steht eine Grundhaltung, wie sie im Abschnitt 1 beschrieben wurde.

    Menschen mit Behinderungen müssen im Arbeitsbereich nicht „therapiert“ werden, so als ob sie „krank“ wären. Vielmehr müssen sie entsprechend ihren Ressourcen angelernt und gefördert werden, um bestimmte Arbeitsgänge möglichst selbstständig und eigenverantwortlich ausführen zu können. Dies ist auch bei anderen Jugendlichen oder jungen Erwachsenen so, die ins Berufs- und Arbeitsleben einsteigen, auch wenn diese entsprechende Arbeitsgänge schneller und leichter lernen.

     

    Arbeitsagogik bezeichnet jene Fachdisziplin, die für eine bestimmte Zielgruppe – wie hier Menschen mit einer Behinderung - die passenden Arbeitsangebote bereitstellt und die die in diesem Bereichen beschäftigten Menschen anleitet, fördert und begleitet.

     

    Die wichtigsten arbeitsagogischen Ziele sind:

  • Vermitteln von Fachkenntnissen für den jeweiligen Arbeitsbereich

  • Fördern der Arbeitshaltung – z.B. Ausdauer, Zuverlässigkeit, Genauigkeit
  • Fördern der Zusammenarbeit im Team
  • Erreichen der Produktionsziele


Um diese Ziele zu erreichen,wird zuerst abgeklärt, welche BewohnerInnen für welche Arbeiten beigezogen, wie und in welchem Rahmen sie für die betreffenden Arbeiten angelernt und wie ihre Freude und Motivation gefördert werden kann. Dazu ist es notwendig, von den Fähigkeiten und Interessen der einzelnen BewohnerInnen auszugehen und folgende Fragen zu klären:

  • Welche Arbeitsbereiche können die betreffende Person interessieren?

  • Welche Tätigkeiten sind in diesen Bereichen realistischerweise möglich?
  • Welche berufliche Förderung muss vorgängig gemacht werden?

Dieser Prozess bedingt regelmässige Gespräche mit den BewohnerInnen, umso sicher zustellen, dass ihre Bedürfnisse und Möglichkeiten genügend beachtet und sie in die Entscheidungen miteinbezogen werden. Die Förderung und Begleitung wird in einem individuellen Förderprogramm festgehalten. 

 

Andererseits ist aber bei der Auswahl und Gestaltung der Arbeitsbereiche auch das gesellschaftliche und wirtschaftliche Umfeld zu beachten. Zu klären sind dabei folgende Fragen:

  • Durch welche Tätigkeiten kann ein wesentlicher Teil zur Selbstversorgung des Zentrums erreicht werden?

  • Für welche Produkte besteht möglicherweise ein Absatz, so dass über die Selbstversorgung hinaus auch ein Ertrag erwirtschaftet werden kann?

 Die Arbeitsagogik hat die Aufgabe, eine möglichst hohe Übereinstimmung zwischen den individuellen Fähigkeiten und den gegebenen wirtschaftlichen Möglichkeiten zu finden. 


  1. Arbeitsbereiche bei Parasolka

     

Bevor die Tätigkeitsbereiche im Einzelnen vorgestellt werden, soll zuerst eine Begriffsklärung gemacht werden.

 

  • „Arbeit“ wird hier definiert als eine wirtschaftliche Leistung, die einen finanziellen Ertrag bringt, sei es indirekt durch die Verminderung der eigenen Kosten bei Selbstversorgung, sei es direkt durch den Verkauf von selbst hergestellten Produkten.

  • Unter „Beschäftigung“ werden jene Tätigkeiten zusammengefasst, die primär das Ziel haben, den Bewohner selbst sinnvoll zu beschäftigen ohne dass ein wirtschaftlicher Ertrag erwartet werden kann.  


Die sehr unterschiedliche Zusammensetzung und der starke Unterschied im Behinderungsgrad bei den BewohnerInnen von Parasolka machen  es notwendig und sinnvoll, sowohl Arbeits- wie auch Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten. In gewissen Arbeitsbereichen wird dies leichter, in anderen eher schwieriger zu erreichen sein.

 

4.1 Hauswirtschaft      

Es ist naheliegend, dass die BewohnerInnen bei den im Wohnhaus anfallenden Arbeiten soweit wie möglich mit ein bezogen werden. Dies umfasst vor allem

  • die Mithilfe bei der Zubereitung der Speisen und beim Abwaschen des Geschirrs

  • die Mithilfe bei der Reinigung der gemeinsamen Räume, Gänge und WCs

  • die Mithilfe beim Waschen der allgemeinen und persönlichen Wäsche.

Dadurch wird zwar nicht ein direkter Ertrag generiert, die Personalkosten können dadurch aber wesentlich vermindert werden. Diese Arbeiten fallen das ganze Jahr an und können sowohl von Frauen wie von Männern ausgeführt werden.

 

4.2 Obst- und Gemüsebau 

Dank dem zur Verfügung stehenden Areal beim Wohnhaus können während der warmen Jahreszeit verschiedene Gemüse und Salate angepflanzt und geerntet werden. Die BewohnerInnen können hier

  • mithelfen, den Garten im Frühjahr vorzubereiten,

  • ihn zu pflegen durch Jäten und Giessen
  • und schliesslich zu ernten.


Durch das Anpflanzen verschiedener Beeren und Obstbäume ergeben sich bei der Ernte ebenfalls Möglichkeiten zur Mithilfe. Beeren und Obst können im Herbst zudem  mit Hilfe der BewohnerInnen durch die in Transkarpatien gängigen Konservierungsmethoden für die Selbstversorgung im Winter, allenfalls auch für den Verkauf auf dem Markt vorbereitet werden.

Geplant ist den Boden biologisch zu bewirtschaften und ihn als Bioboden zu zertifizieren. So könnten die Produkte auch als Bio-Obst oder – Gemüse verkauft werden. 

 

4.3 Kleinlandwirtschaft

In Transkarpatien ist es üblich, dass fast jede Familie auf dem Lande eine kleine Landwirtschaft hat. Nebst dem Anbau von Obst und Gemüse werden auch Hühner, Schweine und Kühe gehalten.

Gemäss diesem Vorbild wird im SRZI Parasolka auch eine Kleinlandwirtschaft betrieben. Es werden zur Zeit neben Hühner und Kaninchen auch Ziegen und Schweine gehalten. Schliesslich ist auch die Haltung von drei Kühen vorgesehen.

 

Bei der Haltung dieser Tiere können die Bewohner ebenfalls aktiv miteinbezogen werden,

  • sei es beim täglichen Füttern und Tränken der Tiere,

  • sei es bei der täglichen Reinigung der Tiergehege
  • sei es ….


Neben dem wirtschaftlichen Ertrag, den die Tierhaltung bringen kann, dass die Pflege von Tieren bei den BewohnerInnen sehr oft auch positive Emotionen erzeugen wird. Tiere helfen den jungen Menschen, sich nützlich zu fühlen, Tiere akzeptieren die Menschen ohne sie wegen der Behinderung zu bewerten. Die Pflege der Tiere fördert zudem Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein der BewohnerInnen.

 

Einschränkend zu erwähnen ist wohl, dass bestimmte Arbeiten nicht von BewohnerInnen ausgeführt werden können und dass stärker behinderte BewohnerInnen kaum eingesetzt werden können.

 

4.4 Textilatelier

Ein Teil der BewohnerInnen wird mehr am Textilbereich interessiert sein und ihre Fähigkeiten im Filz- und Webatelier entwickeln können. Für beide Bereiche stehen entsprechende Räume zur Verfügung. 

 

Die BewohnerInnen können hier unter Anleitung

  • Filzmatten herstellen, die sie zur Pantoffeln, Taschen ….. verarbeiten können

  • Einfache Stoffe oder Teppiche an den Webrahmen oder Webstühlen herstellen
  • .............

 

Da beide Bereiche für die BewohnerInnen wie auch für das Personal noch relativ neu sind, braucht es noch eine längere Einarbeitungs- und Ausbildungszeit, bis in diesen beiden Ateliers Produkte hergestellt werden, die im grösseren Umfang verkauft werden können.

Der Aufbau dieses Textilbereichs geschieht weiterhin mit Hilfe fachlicher Unterstützung aus der Schweiz. Das Interesse und die Freude an diesen Arbeiten ist aber bei den BewohnerInnen sehr hoch.

 

4.5 Papieratelier

Neben der Arbeit mit Stoffen sind auch Tätigkeiten in der Herstellung von Produkten aus Papier oder Karton. Ein entsprechender Raum steht ebenfalls zur Verfügung.

Es werden gegenwärtig vor allem Glückwunschkarten zu verschiedenen Anlässen hergestellt, die sowohl in Transkarpatien wie auch in der Schweiz verkauft werden.

Eine Ausweitung auf andere Produkte ist vorgesehen soweit es die Fortschritte einzelner BewohnerInnen erlauben und der Absatzmarkt dafür besteht.

 

Das Papieratelier eignet sich aber auch als Ort, um den stärker Behinderten die Möglichkeit zu einer Beschäftigung zu geben ohne dass zwingend ein Absatz erreicht werden soll.    

 

4.6 Kerzenproduktion

Ein eigener Raum ist für den Aufbau einer Kerzenproduktion vorhanden. Die Einrichtung dazu wird in nächster Zeit geliefert. Ziel ist es, dass diese Kerzenproduktion bis Ende 2012 in Betrieb ist und funktioniert.

 

Kerzen giessen? Welche Mitarbeit?

 

Die Kerzen werden primär für den kirchlichen Bereich hergestellt. Ein Verkauf von Kerzen an Private auf dem Markt ist ebenfalls vorgesehen.

 

 

4.7 Holzbearbeitung

Für die Holzbearbeitung stehen zwei Räume mit den notwendigen Werkbänken und einfachen Holzbearbeitungsmaschinen zur Verfügung.

Die Holzbearbeitung eignet sich vor allem für Bewohner – wohl eher für Männer – die Freude an dieser Arbeit haben und über die notwendigen intellektuellen und körperlichen Voraussetzungen verfügen.

 

Auch dieser Bereich ist noch im Aufbau begriffen. Zum Teil können Arbeiten ausgeführt werden, die im Zentrum benötigt werden, zum Teil werden auch schon kleinere Aufträge von aussen (Holzrahmen für Ikonen) ausgeführt. Im Vordergrund steht aber zur Zeit noch die  Ausbildung der interessierten Bewohner, um sie in ihren Einsatzmöglichkeiten soweit wie möglich zu fördern. Denkbar sind Tätigkeiten sowohl von Hand wie auch in der Bedienung von einfachen Holzbearbeitungsmaschinen.

 

  1. Organisation des Arbeitsbereiches

 

Um die gesteckten Ziele zu erreichen, braucht „Arbeit und Beschäftigung“ eine gewisse Organisation. Dazu gehören folgende Punkte:

 

  • Arbeitspläne und Arbeitszeiten

Alle BewohnerInnen haben vom Montag bis Freitag an mindestens 4 Stunden pro Tag (je 2 vormittags und 2 nachmittags) feste Arbeitszeiten, in  denen sie entweder im Haushalt, in der Landwirtschaft oder in den Ateliers und Werkstätten tätig sind – ausser an den ortsüblichen Festtagen. Ein wöchentlicher Arbeitsplan regelt den Einsatz der BewohnerInnen. Es wird darauf geachtet, dass abhängig von den Einsatzmöglichkeiten und der vorhandenen Arbeit auch eine gute Abwechslung gewährleistet ist.

 

  • Individuelle Förderpläne

Für jeden Bewohner bestehen individuelle Förderpläne, in denen ihre möglichen Einsatzbereiche aufgelistet sind. Die Betreuungspersonen halten zudem die erbrachten Leistungen fest und besprechen diese regelmässig mit den BewohnerInnen.

 

  • Ausbildungsmassnahmen

Damit die Bewohner die Möglichkeit haben, die notwendigen Arbeitsgänge in den verschiedenen Bereichen zu erlernen, werden auch während den Arbeitszeiten Ausbildungseinheiten festgelegt, die nicht der Produktion dienen.

Dazu gehört auch, dass den BewohnerInnen arbeitsbezogene Bezeichnungen und Begriffe (Material, Werkzeug usw.) und Zusammenhänge soweit wie möglich erklärt werden 

 

  • Entlöhnung

Die BewohnerInnen erhalten für ihre geleistete Arbeit eine kleine finanzielle Entschädigung.

Der gesamte direkte und indirekte Arbeitsertrag wird errechnet, wobei vom Ertrag die direkten Materialkosten abgezogen werden. Vom Rest wird die Hälfte als Lohnsumme an die BewohnerInnen ausbezahlt.

Beim Lohnsystem kann entweder auf die Anzahl der geleisteten Stunden abgestellt werden ohne Berücksichtigung der während dieser Zeit erbrachten Leistung oder es kann auch die unterschiedliche Leistungserbringung mit berücksichtigt werden.

 

 

  1. Personelle Führung  

 

Entscheidend für das Gelingen des Bereichs „Arbeit und Beschäftigung“ wird die personelle Führung sein.

 

Um die Planung und Koordination sicher zu stellen, ist es sinnvoll, wenn dieser Bereich einem „Bereichsleiter oder –leiterin“ unterstellt wird.    

Diese Fachperson hat u.a. die Aufgabe

  • Die Einsatzbereiche aller BewohnerInnen zu bestimmen

  • Die wöchentlichen Arbeitspläne zu erstellen und die Einhaltung zu überwachen

  • Interne und externe Arbeitsaufträge zu beschaffen und zu koordinieren

  • Notwendiges Material und Arbeitseinrichtungen zu beschaffen

  • Den Absatz der Produkte zu organisieren

  • Buch zu führen über Aufwand und Arbeitsertrag

  • Die Lohnauszahlung zu organisieren  

  • Die Einhaltung der Sicherheitsmassnahmen und Sanitätsnormen zu gewährleisten

  • Das Fachpersonal im Arbeitsbereich zu führen und zu qualifizieren

  • Die Weiterbildung des Personals zu gewährleisten

 

Für die verschiedenen Arbeitsbereiche werden Ausbilder oder Erzieher bestimmt, die die notwendigen Voraussetzungen haben, um den ihnen unterstellten Arbeitsbereich zu führen. 

Je nach Umfang des Bereichs können Ausbilder oder Erzieher auch für mehrere Bereiche zuständig sein.

Sie haben die Aufgabe, die Bewohner in ihrem Arbeitsbereich anzulernen, zu fördern und zu motivieren sowie innerhalb der Gruppe eine gute und wohlwollende Atmosphäre zu schaffen.

Sie halten auch die Arbeitszeiten und Leistungen jedes Bewohners zu Handen des individuellen Förderplanes fest und führen die regelmässigen Gespräche mit den BewohnerInnen über ihre Arbeit.        

 

Die Personalauswahl erfolgt durch die Direktion und stützt sich auf einen Stellenbeschrieb mit dem entsprechenden Anforderungsprofil. Jede/r MitarbeiterIn bekommt eine Kopie des Arbeitsvertrages, in dem Aufgaben, Rechte und Verpflichtungen aufgeführt sind. Der Stellenplan von SRZI “ Parasolka“ wird entsprechend den gesetzlichen Normen in diesem Bereich bewilligt. (Statut 9.8). Alle Mitarbeiter bekommen auch regelmässig die Möglichkeit zur Weiterbildung (Statut 9.7).

 

 

 

 

  1. Weitere Perspektiven

 

Das SRZI „Parasolka“ hat nicht nur das Ziel, die BewohnerInnen innerhalb des Zentrums sinnvoll und zweckmässig zu beschäftigen, sondern will auch versuchen, besonders geförderte und fähige Bewohner an einen Arbeitsplatz ausserhalb des Zentrums zu vermitteln.

Besteht dazu eine gewisse Chance, so wird das Zentrum versuchen, mit externen Arbeitseinsätzen diese Möglichkeit zu prüfen. Solche Arbeitseinsätze werden von den Ausbildern und Erziehern begleitet und unterstützt. Bei positivem Ergebnis kann auch ein definitiver Übertritt zum neuen Arbeitgeber erfolgen, vorausgesetzt, dass eine passende Umgebung und minimale Betreuung gewährleistet ist.  

 

Eine weitere Perspektive für das SRZI „Parasolka“ besteht darin, dass der Arbeits- und Beschäftigungsbereich erweitert wird und auch Behinderten, die nicht im Wohnhaus wohnen, die Möglichkeit geboten wird, in den Werkstätten und Ateliers zu arbeiten.

Dazu müsste aber möglicherweise das Raumangebot auf der einen und die Arbeitsbereiche auf der anderen Seite erweitert werden. Denkbar wäre auch, dass das SRZI auch ausserhalb des jetzigen Areals eine solche Werkstatt mit dem entsprechenden Angebot führen würde.

 

  

 

 

 

Das vorliegende Konzept wurde erarbeitet von

 

Karl Abegg, Vizepräsident Verein Parasolka Schweiz

Katerina Balega, Pschologist, CAMZ; Ushgorod

Oksana Lukach, Direktorin SRZI „Parasolka“ Tjachiv