Beiträge von Parasolka im Reformprozess des Behindertenwesens der Ukraine

Als bisher einziges derartiges Wohnheim hat Parasolka Modellcharakter im aktuellen Reformprozess des Behindertenwesens der Ukraine. Trotz der politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten wird dieser von NGO’s wie der Partnerorganisation CAMZ und den Vertretern von Institutionen und Elternvereinigungen unermüdlich vorangetrieben. Interessierte aus dem ganzen Land besuchen das Wohnheim. Dieses wird von den Mitarbeiterinnen der Partnerorganisation CAMZ an Konferenzen und Tagungen vorgestellt.

 

Das enorme Bedürfnis nach Erfahrungen und Fachwissen aus der Schweiz zeigte sich auch an der ersten ukrainisch-schweizerischen Fachkonferenz im Wohnheim Parasolka vom Herbst 2012

(s. Bericht). Deshalb beschloss der Verein Parasolka, ebenfalls weitere Projekte zur Verbesserung der Lebenssituation und der Akzeptanz der Menschen mit einer Behinderung in der Ukraine zu unterstützen.

 

Grundlagen dafür werden durch ein Monitoring beschafft. In Zusammenarbeit mit den Departementen für Bildung und für Soziales im Oblast Transkarpatien führt CAMZ Befragungen bei zuhause lebenden Menschen mit einer Behinderung im Rayon Tjachiv durch. So können Personen mit einer Behinderung eruiert werden, die für eine potentielle Arbeit als Externe im Wohnheim Parasolka in Frage kommen. Gleichzeitig werden generell die Bedürfnisse nach Unterstützung und Zusammenarbeit abgeklärt. Es zeigte sich, dass die Eltern kaum Informationen und Unterstützung bekommen und sich mit der Betreuung ihrer behinderten Kinder alleingelassen fühlen. Entsprechend gross ist das Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Wohnheim Parasolka.

CAMZ richtete konkrete Empfehlungen für die weitere Entwicklung der sozialen Leistungen für Menschen mit einer Behinderung in der Region ans Departement für  Soziale Sicherheit der Bevölkerung in Transkarpatien und ans Ministerium für Soziales in Kiew. Als erste Massnahme wurde den betroffenen Eltern ein Seminar mit Informationen und Beratung angeboten.

 

Fachwissen und praktische Erfahrungen zur Thematik des Autismus stellten sich als grosses Bedürfnis heraus bei der zweiten ukrainisch-schweizerischen Fachkonferenz im Wohnheim Parasolka vom Herbst 2014. Die Thematik ist in der Ukraine noch wenig entwickelt. Der Verein Parasolka unterstützt deshalb die Partnerorganisation CAMZ beim Aufbau einer Autismus-Fachstelle. Wertvolle Anregungen und praktische Unterlagen für die Erarbeitung eines Programms erhielten Psychologin Katja Balega und Sozialarbeiterin Nadja Danch im Mai 2015 bei Besuchen entsprechender Institutionen mit Kontakten mit Fachpersonen.