Auf Einladung des Parasolkateams besuchten zwischen dem 8. und 12. September 2008 fünf hohe Politiker aus dem ukrainischen Oblast Transkarpatien den Kanton Luzern. Im AWB Brändi und den beiden Wohnhäusern von Casa Macchi, Wechslerhus in Willisau und Zubershus in Hergiswil, sowie im Heilpädagogischen Zentrum Sunnebüel in Schüpfheim und im Café sowieso in Luzern wurden die Politiker aus der Ukraine und die Vertreter der transkarpatischen Hilfsorganisation CAMZ überaus herzlich aufgenommen. Der kurze Einblick in die Entwicklung des Behindertenwesens zeigte den Politikern, dass bis vor wenigen Jahrzehnten auch in der Schweiz Menschen mit einer Behinderung als «bedauernswerte Geschöpfe» betrachtet und weit weg von der Bevölkerung in Anstalten untergebracht waren, wie dies in der Ukraine noch heute der Fall ist.
Bei den Besichtigungen gewannen die an allem und jedem interessierten Politiker und Fachpersonen wertvolle Einblicke in die Entwicklung und die aktuelle Situation des Behindertenwesens in der Schweiz.
Die Gäste waren besonders beeindruckt von der respektvollen Haltung und vom liebevollen Umgang mit den Menschen mit einer Behinderung. Der für die soziale Sicherheit verantwortliche Minister Victor Matsola erklärte: «Der Unterschied zur Ukraine ist krass. Wir stehen erst am Anfang; doch sehen wir hier, wie die anstehenden Fragen gelöst werden können. Es geht nun darum, kreativ zu werden und mit den bestehenden Möglichkeiten das Beste zu machen.» Für Vizegouverneur Myhaylo Popovich ist die Sensibilisierung von Gesellschaft und Politik für die Akzeptanz und Integration der Menschen mit Einschränkungen durch Öffentlichkeitsarbeit das vordringliche Anliegen. Er betonte, dem einzigartigen Modellprojekt Parasolka komme dabei eine hohe Bedeutung mit Ausstrahlung auf die gesamte Ukraine zu.
Neben den Besichtigungen und Gesprächen mit dem Parasolkateam standen auch Ausflüge auf dem Programm. Auf Heiligkreuz gewannen sie Einblick in die Biosphäre Entlebuch, eine Region, die von der Landschaft her manche Ähnlichkeiten mit Transkarpatien aufweist. Dies erfuhren sie ebenfalls beim Nachtessen auf dem Hof Unter-Scheidegg in Luthern. Gemütlicher Austausch, Spiel und Spass standen beim Ausflug durch die Zentralschweiz mit Schiff, Zahnrad und Seilbahn aufs Wirzweli im Zentrum. Feierlich ging es im Luzerner Rathaus zu, wo die Delegation von Stadträtin Ursula Stämmer in Anwesenheit des ukrainischen Botschafters Ihor Dir empfangen und grosszügig bewirtet wurde.
Vor der Rückreise waren die Politiker tief beeindruckt von der erfahrenen Wärme, dem Respekt und der Herzlichkeit der verschiedenen Gastgeber. Sie versprachen ihre tatkräftige Unterstützung bei der Realisierung des Pionierprojektes Parasolka und meinten an die Adresse des Parasolkateams: «Ihr habt das Projekt aus privater Initiative initiiert. An uns ist es nun, bei der Realisierung mitzuhelfen, damit es im Dienste der behinderten Menschen für die ganze Ukraine die Richtung weisen kann.»
Die Reise wurde ausschliesslich privat und aus Sponsorengeldern finanziert.Um die Kosten möglichst niedrig zu halten, wurden die Gäste privat bei Vorstandsmitgliedern und befreundeten Familien in Sempach und Reiden untergebracht.