Parasolka-Projekte in der Ukraine

Lebenswerte Zukunft für Menschen mit einer Behinderung

Parasolka (Regenschirm) heisst zum einen das Wohnheim in Tjachiv im Oblast Transkarpatien/Ukraine - ein Pilotprojekt in der Ukraine

Parasolka heisst zum anderen der 2007 gegründete Schweizer Verein. Er organisiert mit der ukrainischen Partnerorganisation CAMZ (Comité d’Aide Médicale Zakarpattya) und weiteren Verantwortlichen vor Ort verschiedene Projekte zugunsten der Menschen mit einer Behinderung in der Ukraine, namentlich das Wohnheim Parasolka und das Heim in Vilshany.



Aktuelles

Bilder aus dem Alltag im Wohnheim Parasolka (Fotos Valentin Klepakoff)


Aus dem Begleitschreiben der Präsidentin zum Rundbrief vom November 2016

Liebe Vereinsmitglieder und Freunde von Parasolka

 

Mögen auch Sie die täglichen Meldungen von Naturkatastrophen, von Zerstörungen durch Gewalt und Krieg, von menschlichem Elend und Not kaum mehr hören. Diese Negativmeldungen vergrössern nur unsere Ohnmacht und könnten dazu verleiten, uns nur noch auf den eigenen Alltag zu konzentrieren.

 

In diesem Rundbrief vernehmen Sie ganz andere Nachrichten aus der Ukraine, einem Land, das in den Medien mit Negativschlagzeilen von Krieg, Gewalt und Korruption von sich reden macht. Erfreulicherweise gibt es in diesem schwierigen Umfeld auch eine ganz andere Realität, von der in der Öffentlichkeit kaum die Rede ist. Auf unserer Vorstandsreise im Oktober konnten wir uns einmal mehr von der guten Entwicklung der verschiedenen Parasolka-Projekte überzeugen. Wir begegneten engagierten Menschen, die angesichts der manchmal hoffnungslos scheinenden Situation im Lande nicht resignieren, sondern sich mit grossem Engagement für die Menschen mit einer Behinderung am untersten Rand der Gesellschaft einsetzen. Sie lassen sich von ihrem Mitgefühl, ihrer Hoffnung und ihrem Willen zu Veränderungen leiten und machen sogar kleine Wunder wahr.


Oktober 2016

Aufenthalt des Vereinvorstands von Parasolka in Transkarpatien

Der Vorstand von Parasolka mit der Direktorin des Wohnheims Parasolka, dem Direktor des Heims in Vilshany und den Mitarbeiterinnen von CAMZ

 

Der Vorstand von „Parasolka“ traf anfangs Oktober 2016 in Transkarpatien mit seinen ukrainischen Partnern zusammen und besuchte die Projekte in Tjachiv und in Vilshany.

 

Im Rahmen dieser Visite führten die beiden Organisationen Parasolka und CAMZ im Wohnheim Parasolka  vom 5. – 7. Oktober eine Konferenz durch. Die Referentin Susanna Berner, Fachfrau Unterstützte Kommunikation, und die Referenten Lukas Wunderlich, Ausbildner für Gewaltprävention, und Andreas Schmid, Vorstandsmitglied von Parasolka und Heimleiter des Wohnheims Buechehof in Lostorf, trafen auf zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer von mehr als einem Dutzend Organisationen und Institutionen im Behindertenbereich aus verschiedenen Teilen der Ukraine. Die Referate über „Formen der unterstützten Kommunikation für Menschen mit einer geistigen Behinderung“, „Verhaltensauffälligkeit bei Menschen mit einer geistigen Behinderung“ und „Zuständigkeit von Behörden und Finanzierung von Institutionen für Menschen mit einer Behinderung“  regten zu vielen Fragen, angeregten Diskussionen und einem breiten Austausch an. Zu spüren war, dass die Veranstaltung das gegenseitige Verständnis, den Zusammenhalt und die Motivation der verschiedenen Organisationen stärkte. Das drückt sich in einer Erklärung der Konferenz zu Handen der ukrainischen Behörden aus.

 

Zum Abschluss der Konferenz feierte die Versammlung  in Anwesenheit von Behördenvertretern das 7-jährige Bestehen des Wohnheims Parasolka. Dabei begeisterten die Bewohnerinnen und Bewohner die Gäste mit ihren musikalischen und tänzerischen Darbietungen.

Der Aufenthalt in Transkarpatien diente dem Vorstand wiederum dazu, sich ein Bild von der aktuellen Situation im Wohnheim Parasolka und im Heim in Vilshany zu machen, mit den Verantwortlichen die Weiterentwicklung zu erörtern und die nächsten Schritte dafür zu planen. Zentral waren weiter wiederum der Austausch und die Koordination mit der Partnerorganisation CAMZ.

Der Besuch umfasste auch einen Besuch in einer psychiatrischen Anstalt für Männer und ein Treffen mit lokalen Initiativen für Jugendliche mit einer Behinderung in der Gegend von Ushgorod.

Der Vorstand konnte sich vom erfreulichen Betrieb im Wohnheim Parasolka und von den eindrücklichen Fortschritten in Vilshany überzeugen und ist motiviert, mit den Partnern die Planung für 2017 in Angriff zu nehmen.


Juli 2016

 Oksana Lukach, die Direktorin des Wohnheims Parasolka dankt in einer Mail an den Vorstand:

Ich möchte mich noch einmal bei euch allen für die Unterstützung unseres wichtigen Projekts, für Sammeln von Geldern bedanken. Für alle Bürger der Ukraine war dieser Winter schwer, weil die Preise für die Gasheizung sehr gestiegen sind und kaum bezahlbar für viele waren. Auch bei mir zu Hause habe ich viel mit einem Holzkamin geheizt und nur manchmal die Gasheizung angeschaltet. In Parasolka war es den ganzen Winter lang warm genug, sowohl im Hauptgebäude als auch in allen Nebengebäuden. Die Sonnenkollektoren gibt es in Tjachiv nur in Parasolka. Jetzt funktioniert das System bereits ein Monat lang. Es gibt genug warmes Wasser für unseren Bedarf. Auch in dieser Hinsicht sind wir ein Musterprojekt. Aufrichtigen Dank euch allen dafür!


Juni / Juli 2016

Workshops von Beat Hunziker und Chantal Moor in der Ukraine

Beat Hunziker und Chantal Moor haben im Juni und Juli erfolgreich Workshops im Heim in Vilshany und im Wohnheim Parasolka durchgeführt. Kurze Auszüge aus ihren Berichten an den Vereinsvorstand:

Bogdan [der Direktor von Vilshany] hat mit den Erneuerungen in der Schule eine kleine Revolution gestartet. Die Aktion brauchte seinerseits gewiss Überwindung, aber er hat damit ein Zeichengesetzt, welches hoffentlich positive Veränderungen für die Bewohnerinnen des Inernates und in Zukunft auch für die Attraktivität der Arbeitsplatzes für Mitarbeitende bringt. Mit Bogdans Revolution in der Schule geht das Projekt "Arbeitsplätze in Vilshany" viel schneller voran und auch in der Schule tun sich mit der Reduktion der Erzieherinnen undd der neuen Logopädin neue Möglichkeiten auf. 

Der Mehrzwecksaal ist bis Sommer 2016 fertig renoviert und betriebsbereit, ebenso die Räume hinter der Bühne (Kanalisation, neue Toiletten, Schulzimmer, Textilatelier). Die Aussentoiletten werden ebenfalls noch 2016 gebaut. Die Korridore und Essräume werden ebenfalls im Sommer renoviert (Böden, Wände). Das Gewächshaus wird auch 2016 neu aufgebaut.

Bogdan ist motiviert und voll Tatendrang, die allgemeine Situation in Vilshany so rasch als möglich zu verbessern. So hat er trotz unseren Kürzungen Mittel gefunden, die Renovation des Schulhaus/Klubgebäudes vollständig auszuführen, ohne an der Qualität Abstriche machen zu müssen! 


Vereinsversammlung vom 23. April 2016

Am Samstag, 23. April 2016 hat in Reiden die 8. Vereinsversammlung stattgefunden (s. Protokoll).  Die Versammlung hat die Anträge des Vorstandes gutgeheissen. 
Vor der Versammlung  berichteten zwei Vertreterinnen der Partnerorganisation CAMZ in einem Bildervortrag über die aktuelle Situation in der Ukraine und die Lebensbedingungen für Menschen mit einer Behinderung.

Der Jahresbericht 2015 umfasst den Rückblick auf das vergangene Jahr und informiert über die Vorhaben für 2016.