Parasolka-Projekte in der Ukraine

Lebenswerte Zukunft für Menschen mit einer Behinderung

Parasolka (Regenschirm) heisst zum einen das Wohnheim in Tjachiv im Oblast Transkarpatien/Ukraine.

Parasolka heisst zum anderen der 2007 gegründete Schweizer Verein. Er organisiert mit der ukrainischen Partnerorganisation CAMZ (Comité d’Aide Médicale Zakarpattya) und weiteren Verantwortlichen vor Ort verschiedene Projekte zugunsten der Menschen mit einer Behinderung in der Ukraine, namentlich das Wohnheim Parasolka.



Aktuelles

Juli 2016

 Oksana Lukach, die Direktorin des Wohnheims Parasolka dankt in einer Mail an den Vorstand:

Ich möchte mich noch einmal bei euch allen für die Unterstützung unseres wichtigen Projekts, für Sammeln von Geldern. Für alle Bürger der Ukraine war dieser Winter schwer, weil die Preise für die Gasheizung sehr gestiegen sind und kaum bezahlbar für viele waren. Auch bei mir zu Hause habe ich viel mit einem Holzkamin geheizt und nur manchmal die Gasheizung angeschaltet. In Parasolka war es den ganzen Winter lang warm genug, sowohl im Hauptgebäude als auch in allen Nebengebäuden. Die Sonnenkollektoren gibt es in Tjachiv nur in Parasolka. Jetzt funktioniert das System bereits ein Monat lang. Es gibt genug warmes Wasser für unseren Bedarf. Auch in dieser Hinsicht sind wir ein Musterprojekt. Aufrichtigen Dank euch allen dafür!

Juni / Juli 2016

Workshops von Beat Hunziker und Chantal Moor in der Ukraine

Juni 2016

Beat Hunziker und Chantal Moor haben im Juni und Juli erfolgreich Workshops im Heim in Vilshany und im Wohnheim Parasolka durchgeführt. Kurze Auszüge aus ihren Berichten an den Vereinsvorstand:

Bogdan [der Direktor von Vilshany] hat mit den Erneuerungen in der Schule eine kleine Revolution gestartet. Die Aktion brauchte seinerseits gewiss Überwindung, aber er hat damit ein Zeichengesetzt, welches hoffentlich positive Veränderungen für die Bewohnerinnen des Inernates und in Zukunft auch für die Attraktivität der Arbeitsplatzes für Mitarbeitende bringt. Mit Bogdans Revolution in der Schule geht das Projekt „Arbeitsplätze in Vilshany“ viel schneller voran und auch in der Schule tun sich mit der Reduktion der Erzieherinnen und der neuen Logopädin neue Möglichkeiten auf.

 

Der Mehrzwecksaal ist bis Sommer 2016 fertig renoviert und betriebsbereit, ebenso die Räume hinter der Bühne (Kanalisation, neue Toiletten, Schulzimmer, Textilatelier). Die Aussentoiletten werden ebenfalls noch 2016 gebaut. Die Korridore und Essräume werden ebenfalls im Sommer renoviert (Böden, Wände). Das Gewächshaus wird auch 2016 neu aufgebaut.

Bogdan ist motiviert und voll Tatendrang, die allgemeine Situation in Vilshany so rasch als möglich zu verbessern. So hat er trotz unseren Kürzungen Mittel gefunden, die Renovation des Schulhaus/Klubgebäudes vollständig auszuführen, ohne an der Qualität Abstriche machen zu müssen! 

 

 

 

 

Einleitung der Präsidentin im Rundbrief vom Juni 2016 an die Vereinsmitglieder und Freunde von Parasolka 

Liebe Freunde von Parasolka

Nach wie vor ist das Leben in der Ukraine besonders für Menschen mit einer Behinderung schwierig. Und doch gibt die gute Entwicklung im Wohnheim Parasolka den Verantwortlichen vor Ort Mut und Kraft für weitere Veränderungen. Deshalb hat sich der Verein Parasolka weitere Schwerpunkte zum Ziel gesetzt.

Einer davon ist das Waisenhaus Vilshany. Gezielte bauliche Erneuerungen und erste Workshops haben bereits Verbesserungen gebracht. Doch die Herausforderungen sind in jeder Hinsicht gewaltig. Nach ihrem Workshop im März mit den «Sanitarkas» (Betreuerinnen) schrieb Chantal Moor: «Erst bei diesem Besuch habe ich erfasst, welche Arbeit diese Frauen der Männergruppe im Haus 2 leisten. Einer der jungen Männer ist stark autoaggressiv und nutzt jede freie Sekunde, um sich selber Verletzungen zuzufügen. Er ist oft, jedoch nicht immer festgebunden. Dann verlangt er vollständige Aufmerksamkeit. EineSanitarka hält ihn dann ständig fest, den Arm um ihn gelegt. Er ist eigentlich ein Bewohner, der die ganze Zeit eine 1:1 Betreuung bräuchte. Doch ist seine Betreuerin neben ihm noch für die weiteren 19 Bewohner ihrer Gruppe zuständig. Eine unglaubliche Aufgabe!»

So sind die vom Verein Parasolka organisierten Workshopsfür die Betreuerinnen ohne Ausbildung sehr wichtig. Indem sie mit ihrer schwierigen Aufgabe wahrgenommen werden, erfahren sie Anerkennung und Wertschätzung. Dasselbe gilt für die angelaufene Arbeit mit den Eltern, die ihre behinderten Kinder zuhause betreuen. Ihre Unterstützung soll einen weiteren Schwerpunkt bilden.

Wir freuen uns und sind dankbar, wenn auch Sie unsere Arbeit weiterhin unterstützen.

Das Parasolka-Team

Vereinsversammlung am 23. April 2016

Am Samstag, 23. April 2016 hat in Reiden die 8. Vereinsversammlung stattgefunden (s. Protokoll).  Die Versammlung hat die Anträge des Vorstandes gutgeheissen. 
Vor der Versammlung  berichteten zwei Vertreterinnen der Partnerorganisation CAMZ in einem Bildervortrag über die aktuelle Situation in der Ukraine und die Lebensbedingungen für Menschen mit einer Behinderung.

Der Jahresbericht 2015 umfasst den Rückblick auf das vergangene Jahr und informiert über die Vorhaben für 2016.


Anfangs 2016

Dank aus der Ukraine

 

Oksana Lukach, die Direktorin des Wohnheims Parasolka berichtete in ihrem Jahresendbrief:

"Wir versuchen, unsere Bewohnerinnen nicht zu sehr mit der schwierigen Situation mit der Ukraine zu konfrontieren. Selber haben wir die Festtage nicht mit leichtem Herzen gefeiert. Die Tatsache, dass in unserem Land Krieg ist, gibt uns leider wenig Grund zum feiern. Viele Menschen sind frustriert. Wir wollen trotzdem an das Gute glauben und hoffen, dass es im 2016 besser wird. Ich wünsche sehr, dass auch wir einmal in einem gut entwickelten europäischen Land leben und mit der Zeit auch andern helfen können - so wie Ihr es jetzt für uns tut. Ich danke allen ganz herzlich für die Unterstützung und den Glauben an uns. Wir werden mit unserer Arbeit und unseren Erfolgen die ganze Ukraine vom Wert der behinderten Menschen mit einer entsprechenden Betreuung überzeugen."

 


November 2015

 

Begleitbrief der Präsidentin an die Vereinsmitglieder und Freunde von Parasolka zum Rundbrief vom November 2015

 

Vielleicht kommt auch bei Ihnen angesichts all der Not und des Elends auf dieser Welt im Hinblick auf Weihnachten wenig Festfreude auf. Ähnlich ohnmächtig fühlten wir uns gegenüber der Situation der behinderten Kinder in der Ukraine. Wegen ihrer Behinderung werden diese von ihren Eltern häufig an den Staat abgegeben und wachsen in abgelegenen Waisenkinderheimen abgeschottet und unbeachtet von der Öffentlichkeit auf. Obwohl vom Staat in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation keine zusätzliche Unterstützung erwartet werden kann, möchten wir diesen vergessenen Menschen ein würdiges Dasein und sinnvolles Leben ermöglichen. Mehr darüber und über die weiteren Parasolka-Projekte erfahren Sie im November-Rundbrief.

 

Mitbetroffen von der schwierigen Lebenssituation der behinderten Waisen sind die Menschen, die in

diesen Institutionen arbeiten. In Vilshany sind es junge Frauen und Mütter aus dem Tal. Die Arbeit im

Waisenkinderheim ist für sie die einzige Möglichkeit, einen Beitrag an den meist kargen Lebensunter-halt der Familie zu leisten. Nicht selten legen sie den mehrstündigen beschwerlichen Arbeitsweg zu Fuss zurück. Diese Frauen, Sanitarkas genannt, sind nicht nur für die Betreuung von jeweils 20 Kindern und Jugendlichen zuständig. Sie putzen mit den Fetzen alter Kleider auch einmal in der Woche die grossen Schlaf- und Aufenthaltsräume. Denn es fehlt an richtigem Putzmaterial. In der ganzen Institution gibt es auch keinen einzigen Staubsauger. Deshalb möchten wir für diese Frauen unter anderem gutes Putzmaterial anschaffen – als Zeichen der Wertschätzung und Anerkennung ihrer schwierigen, aber wichtigen Arbeit. Dies ein kleines Beispiel der vielfältigen Unterstützungs-aktivitäten unseres Vereins Parasolka.

 

Ohne Ihre finanzielle Unterstützung, liebe Spenderinnen und Spender, können wir unsere geplanten

Projekte jedoch nicht realisieren. Deshalb freuen wir uns, wenn Sie weiterhin mit uns dranbleiben.

Sie setzen damit ein Zeichen gegen die weit verbreitete Resignation und Ohnmacht und schenken den arg gebeutelten Menschen in der Ukraine Freude und Hoffnung in eine bessere Zukunft.

 

Wir danken Ihnen ganz herzlich und wünschen Ihnen eine frohe Advents- und Weihnachtszeit.

Monika Fischer, Präsidentin Verein Parasolka


Besuch des Vorstandes von Parasolka in der Ukraine

September 2015 Der Vorstand des Vereins Parasolka hat in der Woche vom 14. - 19. September 2015 das Wohnheim in Tjachiv und das Waisenkinderheim in Vilshany besucht und sich über den Stand der Arbeiten und die erzielten Fortschritte ins Bild gesetzt. Die Treffen mit den Verantwortlichen der beiden Institutionen vertieften die Zusammenarbeit weiter.


Lesen Sie den Bericht der Präsidentin des Vereins Parasolka über den Aufenthalt in der Ukraine.